Mikroblogs gehören zum immer bedeutender werdenden Digitalen Raum in dem gesellschaftliche Öffentlichkeiten und Mikroöffentlichkeiten entstehen.
1.In welchen Bereichen werden Mikroblogs von sozialen Bewegungen eingesetzt?
1.1 Konferenzen
Ein gutes Beispiel dafür wie Mikroblogs intensiv zur Koordinierung, Selbstorganisation und Vernetzung benutzt wurden ist z.B. der 25C3 des Chaos Computer Clubs. Auch bei den Barcamps spielen Mikroblogs eine wichtige Rolle. So sind sie ein wichtiger direkter Feedbackkanal, der auch später ausgewertet werden kann. Generell würden Mikroblogs als Kommunikationskanäle Sozialforen und Gegengipfelaktivitäten bereichern, jedoch werden sie derzeit wie z.B. auf dem Weltsozialforum in Belém nur recht spärlich von einigen Einzelpersonen benutzt. Ganz im Gegensatz dazu werden auf dem kapitalistischen World Economic Forum in Davos Mikroblogs sehr intensiv genutzt, insbesondere als Feedbackkanäle, zum Netzwerken und für die Öffentlichkeitsarbeit.
1.2. Citizen Journalism
Im Bereich des Citizen Journalism oder auch Bürgerjournalismus genannt gibt es verschiedene Anwendungsgebiete für Mikroblogs.
1.2.1 Direkte Berichte von vor Ort von gesellschaftlichen Ereignissen, Krisen und Revolutionen(?)
Dabei handelt es ich meist um spontane Berichterstattung vor Ort wie z.B. bei den Anschlägen von Mumbai (#mumbai) oder bei den Aufständen in Griechenland (#griots). Ein Problem das in diesem Zusammenhang auftaucht ist das der Glaubwürdigkeit der Quellen, wenn z.B. Menschen behaupten vor Ort zu sein und dies doch nicht sind. Insgesamt bereichern jedoch Mikroblogs in einem Medienmix das Bild von gesellschaftlichen Ereignissen und sind in ihrer Schnelligkeit unschlagbar.
Der Krieg in Gaza (#gaza) stellt eine Besonderheit dar, da dies wohl der erste „Social War“ gewesen ist, indem sich beide Kriegsparteien aktiv sozialer Medien bedient haben. Insgesamt verdient dieser Konflikt und seine Mikroblognutzung eine tiefergehende Betrachtung, die hier in seiner Gänze aber nicht geleistet werden kann. In einer Kriegssituation stirbt als erstes die Wahrheit bzw. das Rauschen der Propaganda versperrt oftmals einen differenzierteren Zugang zum Konflikt. Dem arabischen Nachrichtensender Al Jazeera gelang es im Krieg in einer technisch wie journalistisch innovativen Art und Weise Mikroblogs in seine Berichterstattung zu integrieren, indem sie die Ushahidi-Plattform genutzt haben.
1.2.2 Gegenöffentlichkeit
Viele Gegenöffentlichkeitsprojekte wie Freie Radios (Free Speech Radio, Radio Corax), Indymedia Centers (Portland IMC, Twin Cities IMC , IMC UK oder z.B. IMC germany) sowie auch große unabhängige Medienprojekte wie DemocracyNow nutzen Mikroblogs, um ihren Inhalte weiter zu streuen und als Feedbackkanal. Desweiteren nutzen Gegenöffentlichkeitsprojekte wie protest.net und riseup.net Mikroblogs für Support und Statusnachrichten.
Wenn soziale/selbstorganisierte Zentren auch als ein Teil der Gegenöffentlichkeit angesehen werden können, lassen sich dort zaghafte Anfänge einer Nutzung von Mikroblogs zur Schaffung von (Mikro)Gegenöffentlichkeit feststellen wie z.B. beim SubstAnZ in Osnabrück.
1.2.3 Wahlmonitoring
Im Dezember 2008 wurden in Bangladesh Mikroblogs zur Wahlbeobachtung benutzt. Dies war ein großer Schritt und hatte positive Effekte auf die Transparenz in einem Land, das 2005 laut Transparency International das korrupteste Land der Welt war und die letzten zwei Jahre von einer (militärischen) Übergangsregierung geführt wurde. In den USA überwachten BürgerInnen die letzte Präsidentenwahl mit Hilfe von Mikroblogs und dem Projekt Twitter Vote Report. Der Chaos Computer Club nutze ein Mikroblog für die Wahlcomputerbeobachtung in Brandenburg zur Kommunalwahl im Jahr 2008.
1.3. Aktionstool
1.3.1 Mobilisierung
Beim Generalstreik in Ägypten im April 2008 spielten Mikroblogs für die Mobilisierung eine wichtige Rolle. Die Gruppe Labourstart benutzt Mikroblogs zur Unterstützung von Solidaritätskampagnen für gefährdete GewerkschaftsaktivistInnen und Streiks. Die antifaschistische Initiative geh-denken nutzt Mikroblogs für die Mobilisierung zu den Gegenaktivitäten von Europas größten Naziaufmarsch am 13.-14.02.2009 in Dresden. Außerdem benutzt die Kampagne „Atomausstieg selber machen“ der deutschen Umweltverbände ebenfalls einen Mikroblog.
1.3.2 Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Beim Klima-/Antiracamp in Hamburg wurde der Open-Source-Mikroblogging-Dienst identi.ca im kleinen Rahmen benutzt, um Presseinformationen zu veröffentlichen. Der DGB und die IGM BaWü nutzen auch seit kurzem Mikroblogs für Öffentlichkeitsarbeit.
1.3.3 Koordinierung und Selbstorganisation von Protesten und direkten Aktionen
Bei politischen Großveranstaltungen wie den Protesten gegen die Republican National Convention (RNC) im September 2008 in Minneapolis/USA wurde Twitter intensiv genutzt. Es wurden die Accounts protestrnc2008 (Informationen über die Protestorganisation und Vorbereitungstreffen), rnc08_police (Informationen über die Polizei), RNC08_medic (Informationen von den Demosanitätern) und rnc08_legal (Informationen vom Legal-Team) eingerichtet. Darüber wurden schnell und gezielt die Leute informiert, die diese Infokanäle abonniert hatten.
Beim größten Klimacamp in England wurde Twitter als schneller Infoticker benutzt.
In Deutschland wurden Mikroblogs das erste Mal als ergänzender Infoticker von Radio FSK bei den Gegenaktivitäten zum 1.Mai-Naziaufmarsch in Hamburg 2008 verwendet. Daraus entstand auch eine interessante Debatte zum Thema „Twitter für Demonstrationen?” über den Einsatz von Mikroblogs auf netzpolitik.org. Im Rahmen der antimilitaristischen Gelöbnix-Kampagne wurde für die Aktionen am 20.07.2008 gegen das erste Bundeswehrgelöbnis vor dem Reichstag nach dem Krieg ein offener Mikroblog benutzt. Die Besonderheit war, das auf dem Mikroblog das Login und das Passwort öffentlich gepostet war und aus Datenschutzgründen empfohlen wurde diesen Account nicht zu abonnieren, sondern lediglich den RSS-Feed zu konsumieren.
Der erste Einsatz von Mirkoblogging im größeren Stil für politische Aktionen in Deutschland war der Castortransport im November 2008. Das besondere war, das verschiedene Mikroblogs nicht nur als Infoticker fungierten, sondern das mindestens sechs MikrobloggerInnen direkt vor Ort waren und ihre dezentral gewonnen Erkenntnisse gepostet haben. Diese Informationen wurden zusammen mit Informationen aus dem SMS-Ticker der BI und dem Radio Freies Wendland zu einen schnellen Infoticker zusammenschmolzen, der an Aktualität und Schnelligkeit alle übertraf. Hier zeigte sich das wirklich Potential von Mikroblogs, das Crowdsourcing von Informationen. Mikroblogs sind halt mehr als nur Empfänger von Kurznachrichten. Sie sind auch Sender!
Gleichzeitig hatten wir von mensch.coop während des Castortransports die erste Testphase unseres Mikrobloggingdienstes mikro.mensch.coop, auf dem ausführlich über den Castortransport berichtet wurde und die Informationen so der Open-Micro-Blogging-Welt zur Verfügung stellt wurden.
1.3.4 Monitoring von AktivistInnen
(Mikro-)Öffentlichkeiten können für verschiedenste AktivistInnen auch ein Schutz sein. Ein gutes Beispiel hierfür ist der bekannt gewordene Fall des ägyptischen Aktivisten Alaa. Er informiert seine AbonnentInnen auf seinem Mikroblog während Demonstrationen, Aktionen usw. ob er Ok ist oder der Repression zu Opfer gefallen ist. Es sind weitere Fälle bekannt geworden, wo JournalistInnen und AktivistInnen erfolgreich Mikroöffentlichkeiten ihrer Mikroblogs als Schutz genutzt haben, um im Erstfall öffentliche Unterstützungsaktionen einzuleiten. Diese Art des positiven Monitoring von AktivistInnen könnte auch in Deutschland z.B. von Abschiebung bedrohten FlüchlingsaktivistInnen sehr nützlich sein.
2. Die Logik(en) von Mikroblogging
Um dem neuen Medium Mikroblog als Kommunikationsform gerecht zu werden ist es als erstes notwendig zu sehen, das es nicht eine Logik der Anwendung gibt, sondern viele Arten dieses extrem schnelle und flexible Medium zu verwenden.
Trotzdem lassen sich gewisse Tendenzen und Eigenarten herauskristallisieren, auf welche ich nun kurz zum tieferen Verständnis eingehen möchte.
So wird in der Studie “Social Networks that Matter: Twitter Under the Miscroscope” von Bernardo A. Huberman, Daniel M. Romero und Fang Wu der Mikrobloggingdienst Twitter untersucht. Die Autoren resümieren, dass die User von Mikroblogs in ihren Netzwerk nur eine geringe Anzahl an Freunden bzw. engen Kontakten haben verglichen mit den Zahl ihrer AbonnentInnen und postulieren:
“This implies the existence of two different networks: a very dense one made up of followers and followees, and a sparser and simpler network of actual friends. The latter proves to be a more influential network in driving Twitter usage since users with many actual friends tend to post more updates than users with few actual friends. On the other hand, users with many followers or followees post updates more infrequently than those with few followers or followees.”

Dies bedeutet, das die Stärke von Mikroblogs in ihren schwachen Bindungen liegt! Einfacher ausgedrückt hat es Web2.0-Guru @timoreilly in seinem Mikroblog: “Facebook is about people you used to know; Twitter is about people you’d like to know better.”
Ein theoretisches Modell hierfür hat schon 1973 der amerikanischen Soziologen Mark Granovetter in seinem Aufsatz „The Strengh of Weak Ties“ dargelegt. Dazu der Medienwissenschaftler Norbert Bolz: „Diffusion wird also nicht durch „strong ties“, sondern durch „weak ties“ gesteigert. Starke Bindungen tendieren zur Cliquenbildung; ihnen fehlen die Strukturlücken, durch die Neues einfließen könnte. „Weak ties“ machen neue Informationen zugänglich; „strong ties“ verkapseln uns im Vertrauten (Bolz: Das ABC der Medien S. 134). Thomas Pfeiffer hat übrigens die These von Granovetter anhand des Twitter-Netzwerks empirisch überprüft. Ein Abstract dazu gibt es hier.
2.1 Die Logiken von Mikroblogging innerhalb sozialer Bewegungen
Innerhalb von sozialen Bewegungen steht jedoch nicht nur die Gewinnung von neuen Informationen aus einem größeren losen Netzwerk im Vordergrund. Es gibt verschiedene Logiken bezüglich der Anwendungen bzw. der EmpfängerInnen. Manchmal möchten AktivistInnen nur schnell und gezielt eine Mikroöffentlichkeit von anderen AktivistInnen erreichen, also sind starke Bindungen durchaus relevant und deren Anonymität ist wichtig, um Repression abzuwehren. Das Prinzip der Transparenz läuft dem Schutz von AktivistInnen vor den datenhungrigen Staaten mit ihren Verfolgungsbehörden sowie Unternehmen zu wieder. Andererseits ist im Falle von Pressearbeit eine möglichst weite Verbreitung der Informationen gewünscht. Die Diffusion von Informationen ist ebenfalls bei der Mobilisierung von Kampagnen relevant.
Dies zeigt wie nötig es ist differenziert mit Mikroblogs umzugehen, und anwendungsbezogene Lösungen zu schaffen. Eine Möglichkeit wäre es z.B. Mikrobloggingserver für permanete, rein öffentlichkeitsbezogene Nutzungen aufzusetzen und zu betreiben wie z.B. mikro.mensch.coop und für gezielte Kampagnen temporär Mikrobloggingserver mit der Möglichkeit anonymer Accounts zu betreiben. Eine Weiterentwicklung der Open-Source-Mikroblogging-Plattform laconi.ca, so das diese auch über Privatfunktionen verfügt wie z.B. das sich AbonnentInnen unsichtbar machen können, wäre aus der Sicht sozialer Bewegungen und JournalistInnen mittelfristig sinnvoll.
Was die Logik im Bereich des Bürgerjournalismus angeht, gibt es dort nach dem indischen Social-Media-Experten Gaurav Mishra zwei gegensätzliche Ansätze, einmal die Ortsbezogenheit (location) und die Verfügbarkeit (ubiquity). In seinem sehr lesenswerten Blogartikel über Which is a Better Mobile Citizen Reporting Tool: Twitter or Ushahidi? stellt der die beiden Ansätze gegenüber:
„Ushahidi co-founder Erik Hersman points to his “pothole theory of digital activism” (we only care about a pothole if it’s on our street) and argues that location is the key in mobile crisis reporting, because location makes crisis information relevant to us.
As a counter-point, I would like to point to Ethan Zuckerman’s “cute cat theory of digital activism” (most of us accidentally stumble upon activism while we upload pictures of cute cats on the internet) and argue that ubiquity is the key in mobile crisis reporting, as people tend to use the same service for finding entertainment and engaging in citizen reporting.“
Darüber hinaus ist es aus der Sicht von Sozialen Bewegungen sinnvoll, folgende Analyse von Gaurav Mishra generell bei strategischen Überlegungen zu berücksichtigen:
„In any case, crisis reporting will always follow the 1:9:90 rule, with a small minority using dedicated citizen reporting platforms and a large majority using multi-purpose communications platforms.“
2.2 First Publish, then Filter!
Was teilweise in (deutschsprachigen) aktivistischen Kreisen noch nicht richtig verstanden wurde, ist der Paradimenwechsel des Web2.0, der hinter den Mikroblogs steht. So sind Mikroblogs nicht nur eine neue Art dezentral bzw. mobil Informationen zu empfangen, was ja auch mit WAP-Tickern oder RSS-Feeds möglich ist, sondern es kann mit Mikroblogs ebenfalls dezentral an viele gesendet werden. Dies kann gravierende Auswirkungen haben. Durch diese Möglichkeit kann lokales Wissen z.B. über Blockaden, Übergriffe, Nazis etc. schneller direkt an viele Menschen weitergegeben werden, was bei Aktionen einen entscheidenden Zeitvorteil bringen kann.
Derzeit sind Mikroblogs noch kein Mainstreammedium, weswegen das Rauschen durch zu viele (Stör-)Sender bei Aktionen wie z.B. dem Castortransport noch sehr gering ist. Dabei zeigt sich die Potenz des Mediums, das eine geringe Anzahl von dezentral arbeitenden MikrobloggerInnen wesentlich zur Erhellung der allgemeinen Informationslage beitragen kann. Bei geplanten Kampagnen kann schon vorher ein vertrauenswürdiges Korrespondentennetz mit MikrobloggerInnen aufgebaut werden. Je mehr Menschen mikrobloggen bzw. wenn zuverlässige Quellen in Form von bekannten MikrobloggerInnen nicht vorhanden sind ist es um so wichtiger Informationen zu filtern bzw. sie zu aggregieren und zu überprüfen. Dafür ist z.B. die Ushahidi-Software geeignet, die z.B. während des Kriegs in Gaza eingesetzt wurde, aber auch bei gewaltätigen Übergriffen in Kenia, Kongo und Südafrika, um Informationen zu sammeln und auszuwerten. So kann das Croudsourcing-Potential von Mikroblogs genutzt und trotzdem verantwortungsbewußt mit den Informationen umgegangen werden bei denen die Quelle nicht gesichert ist.
3. Perspektive
Derzeit herrscht gerade im deutschsprachigen Raum bei der mobilen Aktionskommunikation noch Web 1.0 vor. Der WAP-Ticker! So zum Beispiel bei der großen antirassistischen Mobilisierung in Köln 2008 gegen ProKöln oder die die antifaschistische Mobilisierung gegen das „Fest der Völker“ in Jena. Das Crowdsourcing-Potential von Mikroblogs bleibt bei Großveranstaltungen meist noch ungenutzt.
Ebenso wird das Potential von Mikroblogging derzeit von der globalisierungskritischen Bewegung bzw. der Global Justice Bewegung noch gar nicht genutzt. Dies ist sehr schade.
Auch bei den Gewerkschaften sind derzeit nur spröde Ansätze zum Nutzen von Mikroblogs zu erkennen, wobei es jedoch eine Fülle von Anwendungsmöglichkeiten geben würde wie z.B. die Vermittlung von Streiks, Organisierung von Unterstützung etc.
Ebenso sind in der antirassistischen Bewegung, bis auf den Ticker beim Klima-/Antiracamp 2008 in Hamburg, bis jetzt keine Ansätze von Mikroblognutzung zu finden. Ein Schlüssel für Integration von interessanten NutzerInnen-Gruppen wie z.B. MigrantInnen und Flüchtlinge ist ein guter SMS-Support.
In der Anti-AKW- und Klimabewegung gibt es einiges an Bewegung. Junge AktivistInnen und NGO’s wie Greenpeace nutzen dieses neue Medium aktiv. Ähnlich sieht es in der Gender-/Feministischen Bewegung aus. Dort gibt es im deutschsprachigen Raum einige thematische Mikroblogs und insbesondere in den USA eine starke Bewegung im Bereich der Rechte für LGBTQ.
Bleibt abzuwarten wie Mikroblogs bei den großen Mobilisierungen dieses Jahres genutzt werden wie z.B. den Gegenaktivitiäten zum größten Nazisaufmarsch Europas in Dresden am 13.-14.02., den antimilitaristischen Aktivitäten der No-Nato-Kampagne in Strassbourg Anfang April, den Aktivitäten zum G8-Gipfel in Italien im Juli sowie die Gegenmobilisierung zur Klimakonferenz in Kopenhagen im Dezember.
Was generell fehlt ist sinnvolle (Offline)-Literatur, gute Broschüren und ein gutes Wiki zu Medienkompetenz und Mikroblogging für soziale Bewegungen. Die Entwicklung ist halt noch recht neu. Zentral wir außerdem die Herausbildung einer Policy für verantwortungsbewußte Nutzung von Mikroblog innerhalb von sozialen Bewegungen sein, wie sie sich auch für die Nutzung von Indymedia entwickelt hat, damit Mikroblogs breiter genutzt werden können.
Welche Plattform sich für Mikroblogging für soziale Bewegungen am Besten eignet, erfordert auf jeden Fall tiefergehende Analysen, die in diesem Artikel im vollen Umfang jetzt nicht geleistet werden kann. Dies hängt bestimmt auch von der Logik und dem Zweck der Nutzung ab. Jedoch möchte ich hier nicht meinen Favoriten verheimlichen. Gerade für soziale Bewegungen ist informationelle Selbstbestimmung so wichtig wie die Luft zum atmen. Deshalb spreche ich mich hier für die Open-Source-Software Laconi.ca aus und gegen den kommerziellen Mikroblogging-Dienst Twitter. Twitter, der mit Abstand größte Mikrobloggingdienst mit den meisten NutzerInnenzahlen, ist vollgesogen mit Venture-Kapital, das auf seine Verzinsung wartet und die zukünftigen Geschäftsmodelle könnten den Interessen der sozialen Bewegungen zu wieder laufen. Außerdem ist Twitter closed-source und unterstützt derzeit nicht den OpenMicroBlogging-Standard. Seit dem Twitter die kostenlose SMS-Unterstützung außerhalb der USA, Kanada und Indien eingestellt hat ist die soziale Relevanz von Twitter für verschiedenste Länder zurückgegangen wie z.B. hier und hier beschrieben wird.
Ich glaube das Laconi.ca nachhaltiger ist, und es sich lohnt in Initiativen zu investieren, die von den Bewegungen und Menschen kontrolliert werden können.